Off to Dublin in the Green: 4 Tage durch die irische Hauptstadt

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14 Jahre. So lange ist es her, dass ich das erste Mal in Dublin war. Und so lange hat es gedauert, bis ich wieder zurück in die irische Hauptstadt zurückkehre. Gemeinsam mit meiner besten Freundin verbringe ich meinen Geburtstag auf der Insel – insgesamt vier Tage.

München konnte sich nicht recht entscheiden, ob es weinen oder lachen soll bei unserem Abflug. Sonne und Regen haben sich ständig abgewechselt. Aber direkt nach dem Start gab es einen Regenbogen nicht. Die zwei Stunden Flug sind ohne Probleme vergangenen und wir sind bei Sonnenschein in Dublin gelandet.

Jetzt den richtigen Bus finden, um zu unserem Hostel in der Innenstadt zu kommen. Direkt an der Bushaltestelle treffen wir einen netten Ticketverkäufer, der uns weiterhilft. 4-Tages-Ticket gibt es im Terminal bei SPAR. Also Koffer genommen und wieder zurück. Dort erfahren wir, dass der Automat kaputt ist und wir zu Terminal 2 müssen. Faul, wie wir sind, gehen wir zurück zum Ticket-Verkäufer an der Haltestelle und holen uns nur ein Hin- und Rückfahrt-Ticket – wir entscheiden uns die Strecken in Dublin zu Fuß zurückzulegen. Zum Glück ist die Stadt nicht allzu groß.

Nach knapp 40 Minuten kommen wir zum Trinity College – unsere Haltestelle. Von da aus sinds noch rund 15 Minuten zu Fuß zum Avalon House, an dem wir zunächst schnurgerade vorbeilaufen. Ein Blick auf Google Maps und wir sind wieder auf dem richtigen Weg. Eingecheckt und gemerkt, dass ich die Steckdosenadapter zuhause vergessen habe. Glücklicherweise kann ich direkt an der Rezeption neue kaufen. Das Zimmer ist nicht der große Luxus, aber hat ein eigenes Bad.

St. Patrick’s Cathedral und die Suche nach Essen

Nach einer kurzen Verschnaufpause machen wir uns auf unsere erste Erkundung. Unser Weg führt uns zu St. Patrick’s Cathedral. Die Kathedrale wurde im 12. und 13. Jahrhundert errichtet und ist die größte Kirche in Irland. Die Kirche wirkt etwas überladen und wird heutzutage nur noch für nationale Feierlichkeiten genutzt. Nach einem kleinen Rundgang stehe ich vor dem Grab von Jonathan Swift – der Autor von Gullivers Reisen.

Jetzt haben wir Hunger. In den hintersten Windungen meines Hirns krame ich die Info hervor, dass es eine Kirche gibt, die nun ein Café ist. Ich bilde mir ein, dass es die Christ Church um die Ecke ist – war sie natürlich nicht. Ein wenig die Straße runter kommen wir an dem Bittersweet Café vorbei. Meine beste Freundin holt sich Kaffee und Kuchen. Weiter geht’s: Zufällig kommen wir am Dublin Castle und der City Hall vorbei. Beide stehen aber erst später auf der Liste. Dafür kommen wir direkt zur Statue von Molly Malone. Die Statue ist an eine junge Dame aus einem irischen Volkslied angelehnt. Das Lied erzählt die Geschichte einer Fischhändlerin aus Dublin und stammt aus dem Jahr 1883.

Molly Malone (Bild Andre Borbe)
Molly Malone stammt aus einem irischen Volkslied aus dem Jahre 1883 und war eine Fischverkäuferin. (Bild: Andre Borbe)

Waffen ruhen, damit Enten fressen

Vorbei am Trinity College und durch die Fußgängerzone erinnere ich mich, dass es am Ende der Straße ein echt geiles Einkaufszentrum gibt – architektonisch, nicht die Läden. Wir drehen eine Runde durch das gesamte Gebäude und gehen anschließend in den St. Stephen’s Green.

Der Park spielte während des Osteraufstandes von 1916 eine wichtige Rolle. Rebellen haben sich dort verschanzt und Schützengräben angelegt. Leider hat sich das als Fehler herausgestellt. Denn die britischen Truppen konnten vom nahegelegenen Shelbourne Hotel direkt in die Gräben feuern. Unter anderem kämpfte dort Constance Markiewicz. Sie wurde später die erste Frau in Irland, die einen Ministerium geleitet hat.

Die Belagerung des Parks hat aber auch eine nette Geschichte hervorgebracht. Während der einwöchigen Rebellion kam es zweimal am Tag zu Waffenstillständen. Der Grund dafür war mehr oder weniger absurd: Es ging dabei um das Wohlbefinden von mehreren Enten. Der Park Superintendent James Kearney musste die Vögel füttern. Seine Bestandsaufnahme nachdem die Rebellion niedergeschlagen wurde, war folgende:

„I am sorry to say 6 of our water fowl were killed, 7 of the seats broken and about 300 shrubs destroyed, some of the tools were missing, a Constables oil cape torn, also the roof of pavilion and lodge much injured.“

Eine kurze Geschichte von Dublin

Unser eigentliches Ziel heute ist aber das Little Museum of Dublin. Ein absolutes Muss, wenn man in Dublin ist. Das Museum liegt direkt gegenüber von St. Stephen’s Green und hier haben wir in 29 Minuten eine kurze Geschichte der irischen Hauptstadt erhalten. Die Ausstellungsstücke stammen alle von Dublinern und zeigen die Geschichte vom 18. Jahrhundert bis heute. Start der Führung ist im Wohnzimmer. Dort dürfen wir uns aufs Sofa setzen und auf unseren Guide warten. Spannend und lustig schildert er uns das Leben der Stadt über die Jahrhunderte. Im Erdgeschoss gibt es zusätzlich eine Ausstellung über die Dubliner Pubs.

Dabei hab ich gelernt, warum die Pubs alle die Namen tragen wie O’Neils, Kennedy, O’Brien oder Flannigan. Die Stadt hatte vor langer Zeit ein Gesetz erlassen, dass Pub-Betreiber ihren Namen sichtbar an ihr Etablissement anbringen und pragmatisch wie der Ire ist, wurde einfach das Pub nach seinem Besitzer benannt. Nachteil: Schöne Namen wie The Golden Goose oder The Black Hen waren Vergangenheit.

Irish Stew im ältesten Pub

The Brazen Head Speisekarte (Bild Andre Borbe)
The Brazen Head gilt als ältestes Pub in Irland. (Bild: Andre Borbe)

Da ist er wieder, der Hunger. Wir haben zwei Möglichkeiten: im Hostel kochen oder Essen gehen. Wir entscheiden uns für letzteres. Wo es hingeht, ist schnell entschieden – ab ins Brazen Head. Nach eigener Aussage das älteste noch existierende Pub Irlands. Die Wurzeln reichen zurück bis 1198 und das Gebäude besteht aus vielen verwinkelten Räumen, in denen schon Größen wie James Joyce, Jonathan Swift, Wolfe Tone und Michael Collins zu Gast waren.

Wir sitzen im Library Room und bestellen was klassisch Irisches – Irish Stew und Cider. Beides hervorragend. Das Stew sollte ich mal zuhause nachkochen. Irish Stew ist ein Eintopf, der in der Regel Lammfleisch, Kartoffeln und Karotten enthält.

Vollgegessen geht es wieder zurück ins Hostel. Wir sind müde und unsere Füße tun weh. Außerdem haben wir noch 3 volle Tage vor uns und morgen geht’s ins Gefängnis.

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Andre
Beruflich als IT-Journalist unterwegs und privat gerne mit der Kamera durch München und Umgebung.
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