Dublin Tag 2: Ab ins Gefängnis und durch den Park

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Ich hab Geburtstag und verbringe den Vormittag im Knast. Genauer gesagt in Kilmainham Gaol. Dafür müssen wir aber erstmal 3 Kilometer Richtung Westen in den Dubliner Stadtteil Kilmainham.

Auf dem Weg dorthin kommen wir mal wieder an vielen interessanten Ecken und Pubs vorbei – dazu gehört auch das Guinness-Gelände. Einen Besuch in der berühmten Brauerei haben wir uns allerdings erspart. Ich war bereits vor 14 Jahre da und meine beste Freundin ist kein großer Fan davon.

Nach unserem Fußmarsch und ohne Verlaufen kommen wir endlich am Kilmainham Gaol an. Tickets haben wir zum Glück schon Wochen vor unserem Trip nach Dublin besorgt. Deshalb können wir gleich mal im Gerichtssaal des 1796 erbauten Gefängnisses platznehmen. Bequem sind die Bänke allerdings nicht, aber dafür sind sie auch nicht ausgelegt. Pünktlich um 10:30 Uhr werden wir aufgerufen und dürfen in den Arrestzellen warten, bevor unser Guide Dave uns in die tiefen von Kilmainham führt.

Das Gefängnis ist beeindruckend und voller Geschichte. Große Bekanntheit erhielt es mal wieder beim Osteraufstand 1916. Die Briten inhaftierten dort die Anführer der Rebellion und verurteilten sie dort auch. Die 14 Anführer bzw. Mitverschwörer wurden anschließend im Hof von Kilmainham durch die britische Armee erschossen. Die Leichen wurden in einem Massengrab in Arbour Hill verscharrt. Heute ist das Massengrab eine nationale Gedenkstätte. Mehr zu Kilmainham Gaol hab ich in einem eigenen Beitrag geschrieben.

Der heutige Tag stand im Zeichen des langen Laufens. Nach dem Gefängnis wollten wir zu Bully’s Acre – Dublins ältester Friedhof. Dieser ist rund 1000 Jahre alt. Leider kann dieser nur mit einer speziellen Tour besichtigt werden. Wir mussten uns mit einem Blick durchs Tor und über die Mauer begnügen. Also weiter auf unserer Tour. Dabei musste ich feststellen, dass Iren offenbar keine Ausgänge in ihren Parks mögen. An diesem Tag waren wir sehr oft auf der Suche, um einen Park zu verlassen.

Nach der Enttäuschung von Bully’s Acre gingen wir zum Irish National War Memorial Gardens. Dort wird den fast 50.000 Gefallenen irischen Soldaten des Ersten Weltkriegs gedacht. Der Park liegt sehr abgelegen und ist daher sehr ruhig. Aber ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Und weil wir Parks so lieben, wollten wir gleich in den benachbarten Phoenix Park. Neben fehlenden Ausgängen aus Parks fehlt es offenbar auch an Brücken über die Liffey.

Nach einem kleinen Umweg kommen wir doch noch über den Fluss der irischen Hauptstadt und stehen am Anfang unserer langen Tour durch eine der größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt. Das Wetter ist nicht optimal um den rund 808 Hektar großen Park zu besuchen, aber wir sind in Dublin. Da ist jedes Wetter optimal. Erstes Ziel im Phoenix Park ist das Munitionsfort. Das erreichen wir auch nach geraumer Zeit, entscheiden uns aber gegen einen Aufstieg zum Fort und machen uns auf den Weg, um die Damwild-Herde zu suchen.

Trinken mit dem Papst und essen mit Senioren

Diese taucht nach einer Kurve versteckt hinter Bäumen auf. Diese interessieren sich nicht für die Touristen, die an ihnen vorbeilaufen. Nach ein paar Fotos laufen wir weiter. Denn um die Ecke steht das Papal Cross. Dort hat Papst Johannes Paul II im Jahre 1979 eine Messe vor einem Millionenpublikum gelesen. Jetzt wird’s mal Zeit was zu trinken. Weil ich so intelligent war, nichts mitzunehmen musste ich mir was kaufen. Zum Glück stand gleich ein kleiner Imbisswagen am Papstkreuz.

Nach der kleinen Stärkung machten wir uns auf den letzten Punkt auf unserem Weg durch den Phoenix Park – ein kleines Café. Vorher kommen wir aber noch an der Botschaft der USA und dem Sitz des irischen Präsidenten vorbei. Kurz bevor wir das Café erreichen, fängt es zum ersten Mal an zu regnen. Leider sind wir nicht die Einzigen, die es sich im Café gemütlich machen wollten. Eine ganze Reisegruppe von Senioren aus den USA ist mit uns im Warmen und wollen was essen und trinken.

Gestärkt ging es auf den Rückweg und Richtung Arbour Hill. Dabei treffen wir auf weitere tierische Besucher: zwei Katzen und ein Eichhörnchen. Völlig fertig und bei Sonne und Regen erreichen wir den alten Friedhof. Den restlichen Weg schaffen wir kaum noch und nehmen uns ein Taxi zurück zum Hostel. Dort machen wir erstmal Pause und gehen später noch mal auf eine kleine Runde raus.

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Andre
Beruflich als IT-Journalist unterwegs und privat gerne mit der Kamera durch München und Umgebung.
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