Prater, Donauinsel und überall Schüler

Ernst-Happel-Stadion. (Bild: Andre Borbe)
Wer früh ins Bett geht, steht zwangsläufig auch früh auf. Am zweiten Tag wollte ich etwas geplanter durch Wien stolpern, daher hab ich mich für die Runde Prater-Ernst-Happel-Stadion-Donauinsel-Stephansdom entschieden. Mit dem Plan, war ich aber offenbar nicht allein. In der letzten Woche vor den Wiener Sommerferien hab ich mich mit Horden von Schulklassen auf den Weg in den Prater gemacht. Und was darf bei einem Praterbesuch nicht fehlen? Richtig. Das Riesenrad. Die Schlange vor mir sah auf den ersten Blick auch nicht wirklich lang aus – nur vier Frauen. Erst nach der Öffnung der Kassen hab ich bemerkt, warum so wenig los war. Die Damen haben nämlich für ihre zwei Schulklassen gefühlt 1000 Tickets gekauft. Da hatte ich schon befürchtet, wie die Riesenradfahrt wird – schrecklich. Aber durch glückliche Fügung hatte ich plötzlich eine ganze Gondel für mich allein und konnte in Ruhe über Wien und den Prater blicken.
Nach dem ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, hab ich mich auf den Weg durch den Park gemacht, um mir mal die Noch-Heimstätte von Rapid Wien dem Ernst-Happel-Stadion anzuschauen. Leider gab es keine richtige Möglichkeit hineinzugelangen, aber es gab den Besucher-Corner, der einen Einblick ins Stadion erlaubte. Statt nun in die U-Bahn zu steigen und auf die Donauinsel zu fahren, hab ich mich mal wieder für den Fußmarsch bei 30 Grad entschieden – total super. Allerdings war der Spaziergang an der Donau echt schön. Vorbei an Wasser-Skifahrern und überraschenderweise Schulklassen bin ich dann endlich über die Kaisermühlenbrücke in UNO-City gelandet – Sitz des United Nations Office at Vienna (UNOV) und anderer internationaler Organisationen. Nach diversen Trinkstopps an den zahlreichen Trafiken, bin ich dann tatsächlich mit der U-Bahn zum Stephansplatz gefahren, wo ich die nächste glorreiche Idee hatte. U-Bahn in Wien. (Bild: Andre Borbe) Was kann man besseres bei brütender Hitze machen, als 343 Stufen und rund 67 Meter den Südturm der Domkirche St. Stephan zu Wien hinaufzuklettern? Natürlich alles andere als das. Aber es war zu spät, ich hatte das Ticket schon in der Hand als ich eine ältere Damen mit Krückstock überholt habe, um die 67 Meter ständig im Kreis zu laufen, bis ich völlig fertig oben ankam. Der Blick über Wien war die Anstrengung allerdings wert. Problem nur, dass ich wieder runter musste, was jedoch einfacher ging. Auf dem Weg nach unten, habe ich auch wieder die alte Damen getroffen, die es fast schon nach oben geschafft hatte.

Gruften und Gräber

Zur Stärkung bin ich dann ins Gulaschmuseum unweit des Mozarthauses zum Essen gegangen. Kann ich nur empfehlen, leckere Gulaschsuppe für einen guten Preis. Weil der Tag aber erst halb rum war, bin ich noch ein wenig unterwegs gewesen und bin ab in die Gruft der Kaiser gegangenen. Wirklich beeindruckend und eine willkommene Abkühlung. Falcos Grab auf dem Zentralfriedhof in Wien. (Bild: Andre Borbe) Nachdem ich die Gräber der Kaiser gesehen habe, wollte ich noch zu einem anderen berühmten Grab auf dem Zentralfriedhof. Ausgestiegen am Simmering habe ich mal wieder die tolle Idee gehabt, zu Fuß zu gehen und nicht gemütlich mit der Tram zu fahren. Nach gefühlt 100 Kilometern bin ich endlich am Ziel. Also fast. Ich bin erst an Tor 1, der alte jüdische Friedhof. Vorbei ein alten Grabsteinen und Bushaltestellen (!!!) bin ich durstig endlich am Ehrenhain in Gruppe 40 angekommen. Und da ist er endlich, den ich stundenlang gesucht habe: FALCO. Auf dem Weg zur Tram – ich habe dazu gelernt – ist mir auf dem Friedhof ein Taxi entgegen gekommen und ich hab dem Fahrer erstmal erklärt, wie er seinen Fahrgast zu Falco bringt – darin hab ich ja Erfahrung. Völlig am Ende bin ich im Hotel angekommen, Füße hoch und Akkus der Kamera aufladen, denn der Tag war noch nicht vorbei. Am Abend bin ich noch kurz zum Schloss Belvedere, was zum Glück nicht weit von meiner Unterkunft war, in der ich anschließend glücklich eingeschlafen bin.
Andre
Andre
Beruflich als IT-Journalist unterwegs und privat gerne mit der Kamera durch München und Umgebung.

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